Montag, 5. September 2011

Faceblööd! Ein Tag im (A)Social-Network

Nach einem langen Schultag, kommt man nach Hause, schaltet den Laptop an, loggt sich bei Facebook ein, denkt sich nichts dabei und schon passiert es. 3 neue Benachrichtigungen, 1 neue Freundschaftsanfrage und 300+ Neuigkeiten.
Mensch, bin ich beliebt! Doch genauer hingeschaut springt einem die grausame Einsamkeit des WorldWideWebs entgegen, mitten ins Gesicht.

"Benachrichtigungen" *klick*
  • Ronny möchte sie zu Ronnyworld einladen!
  • Ronny2 hat ein Geschenk für dich
  • Ronny3 hat dir eine Anfrage gesendet
Nach 3 enttäuschenden Benachrichtigungen freut man sich auf einen neuen Freund. Dafür ist doch Social Networking da! Freunde aus der Realität im Internet wiederfinden und verbunden bleiben. Hab ich Recht?!
"Freunde" *klick*
Anscheinend nicht, denn Florian ist 4 Jahre jünger als ich, geht zwar auf die gleiche Schule, doch noch nie im Leben zu Gesicht bekommen. Gemeinsame Freunde haben wir auch wie der Roadrunner (möp möp) und Coyote. Enttäuschend, doch angenommen wird er trotzdem. Mögliche Gäste für die Oberstufenpartys, die ich organisiere sucht man ja immer! Auch wenn Florian erst in 2 Jahren dem Alter entspricht. Was tut man nicht alles für Promotion. Dafür darf ich mich einen Tag später wieder über 2 neue Benachrichtigungen der Sorte "Geschenke" freuen. Größere Probleme zeigen sich auch erst Tage später. Wenn der 13-jährige Florian zum Internetsuchti wird, Spam àla "Die 200.000 ersten Guests bekom ein Cap free".
Man bemerke die erstklassige deutsche Rechtschreibung, die dem 13-jährigen Florian von der Hauptschule nicht stutzig gemacht hat. Er weiß auch nicht, dass er damit zwielichtige korrupte Unternehmen unterstützt. Nichtsdestotrotz, lassen wir uns nicht unterkriegen! Freuen wir uns 300+ Neuigkeiten meiner engsten Freunde zu lesen.
Zieht man jedoch die üblichen 100 Anfrage für sinnlose Spiele/Umfragen/Tests ab, nimmt man dazu noch uninteressante Personen wie den 13-jährigen Florian und enormes tägliches Rumgespame von Freunden, dann bleibt wenig übrig. Sehr wenig. Wirklich wenig!!
Doch dagegen hab ich DIE Lösung gefunden! Man melde sich bei unzähligen Netzwerken an und adde alle seine Freunde. Vorausgesetzt die interessanten Neuigkeiten werden auf allen Netzwerken gepostet, multipliziert sich das Interessante um die Anzahl der Netzwerke. Einfache logische Mathematik. Einziger Nachteil: seitdem hab ich irgendwie ein tägliches Déjà-vu...

Und die Moral von der Geschicht? Geh zu Facebook lieber nicht.
Google+ viel besser personalisierbar,
auch wenns zu der Zeit noch nicht öffentlich war.



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